Triathlon Deutscher Doppelerfolg beim Hamburg City Man
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Daniel Unger steckte noch Stunden nach seinem erneuten Triumph an der Stätte seines größten Erfolges alle mit seinem Strahlen an, Jan Frodeno ging mit einem Lächeln ins Bett, und Christian Prochnow fühlte sich einfach nur bestätigt. Der riesigen Freude über das beste Weltcup-Ergebnis der Deutschen Triathlon-Union (DTU) mit dem ersten Doppelerfolg im Weltcup überhaupt durch Unger und Frodeno sowie Rang fünf für Prochnow folgte zudem die Kampfansage an die olympische Konkurrenz in anderthalb Monaten. ''Ich bin auf Augenhöhe mit den Besten der Welt. Das gibt noch mal richtig Schwung für Peking'', meinte der wie schon 2007 bei der WM in Hamburg erneut dank starker Schlussphase siegreiche Unger. ''Es rentiert sich um vier Uhr nachts den Fernseher einzuschalten'', versprach Cheftrainer Rolf Ebeling für den Männer-Triathlon am 19. August am Rande Pekings.
Vor allem der Top-Favorit auf Olympia-Gold, Javier Gomez, dürfte im fernen Spanien die selbstbewussten Worte der deutschen Widersacher mit einiger Besorgnis gehört haben. Der aktuelle Weltmeister und Weltcup-Primus hatte doch auf das erneute Duell mit Unger verzichtet, das der Deutsche im Vorjahr für sich entschieden hatte. ''Diesmal hat es mit Javier Gomez nicht geklappt. Das erhöht die Spannung in Peking noch mehr'', betonte Unger. Dessen Schwäche ist eine von Ungers Stärken - die letzten Meter. ''So hart es auch werden kann, ich hoffe, dass einer von uns es schaffen kann'', sagte Unger, Aktivensprecher der DTU, auch für seine Mitstreiter um olympisches Edelmetall.
Egal, was die nicht mit allen internationalen Top-Leuten besetzte Konkurrenz - auch Sydney-Olympiasieger Simon Whitfield fehlte - in Hamburg auf den 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen auch versuchte, ''die Deutschen waren immer präsent'', betonte der zweitplatzierte Frodeno. ''Wir gehen sicherlich mit einem Lächeln auf den Lippen ins Bett'', sagte ''Frodo'', der im Ziel 7 Sekunden Rückstand auf Unger (1:46:51 Stunden) hatte. Dritter wurde der Brite Oliver Freeman vor dem Russen Iwan Wassilijew.
Dahinter reihte sich schon der Potsdamer Prochnow ein, der das Feld teilweise angeführt hatte. ''Für mich war das eine Bestätigung, die ich mir selbst geben wollte'', meinte Prochnow - er hatte sich erst am 25. Mai in Madrid das letzte der drei Olympia-Tickets geschnappt vor Maik Petzold, der in Hamburg Siebter wurde. Gregor Buchholz schaffte es als Neunter ebenfalls in die Top-Ten. Unger, der in Hamburg nach dem äußerst ähnlichen Rennverlauf wie vor einem Jahr von einem DÈj‡-vÐ sprach, und Frodeno hatten ihre Peking-Fahrkarten indes bereits 2007 in Hamburg als WM-Erster und -Sechster gelöst.
Am Samstag gab Unger noch kurz vor dem Start entspannt Interviews, nun will er sich aber ''in einen Tunnel begeben''. Sprich: Handy aus, E-Mails werden nur noch sporadisch abgerufen. Ein Trainingslager im Schwarzwald steht auf dem Programm, am 2. August treten Unger & Co. in Gelsenkirchen bei der Sprint-DM an. Anfang August reist das Team nach Korea zur Akklimatisierung. Dass er auch beim Rennen an einem Stausee nahe Peking einen langen Atem haben muss, weiß Unger. ''Auf dem Damm wird die Entscheidung fallen'', so Unger - und hofft auf den letzten 500 Metern auf sein Qualitäten. Dann gegen Gomez und seiner Meinung nach weitere acht Titel-Kandidaten - zwei davon Deutsche.
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